Jiddisch…

„…ist die Alltagssprache der nicht assimilierten aschkenasischen Juden. Eine Sprache ohne Land, die überall auf der Welt gesprochen wird. Es ist die wichtigste Volkssprache der in Mittel- und Osteuropa beheimateten oder von dort stammenden Juden“.

„Jiddisch entstand zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert im Südwesten Deutschlands. Dem Deutschen wurden hebräische Wörter hinzugefügt; aus der vordeutschen Periode blieben außerdem romanische Elemente erhalten. […] Infolge der Auswanderungswellen nach Übersee und der Vertreibung der Juden aus Europa während der nationalsozialistischen Herrschaft gingen auch Elemente aus Sprachen der neuen Heimatländer ins Jiddische ein, z.B. amerikanisches Englisch oder lateinamerikanisches Spanisch“ (Quelle: Uni Trier).

Dos Kelbl (דאָס קעלבל dos kelbl, deutsch ‚das Kälbchen‘), ist ein 1940 entstandenes Lied in jiddischer Sprache, geschrieben von Aaron Zeitlin und Sholom Secunda. Den meisten Menschen ist das Lied bekannt als Donna Donna, vor allem die Interpretationen von Joan Baez und Donovan verhalfen dem Lied zu weltweiter Bekanntheit.

Ein Lied von Leid und Hoffnung, welches auf etliche Situationen bezogen werden kann… Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Verfolgung und der beschwerlichen Flucht deutscher Juden nach Palästina besitzt der Text einen besonders eindrucksvollen Charakter.

Dos Kelbl

Oyfn forel ligt a kelbl
ligt gebundn mit a shtrik
– hoykh in himl flit a foygl,
flit un dreyt zikh hin un ts’rik.
 
Lakht der vind in korn,
lakht un lakht un lakht
– lakht er op a tog a gantsn
un a halbe nacht.
Donaj, donaj, donaj, donaj,
donaj, donaj, donaj, don.
Donaj, donaj, donaj, donaj,
donaj, donaj, donaj, don.
 
Shreyt dos kelbl, zogt der poyer:
„Ver – zhe heyst dikh zayn a kalb?
Voltst gekent, doch zayn a foygl,
voltst gekent doch zayn a shvalb!“
 
Bidne kelblekh tut men bindn,
un men shlept zey un men shekht.
Ver’s hot fligl, flit aroyf tsu,
is bay keynem nisht keyn knekht.

Das Kälbchen

Auf dem Wagen liegt ein Kälbchen
Liegt gebunden mit einem Strick
Hoch im Himmel fliegt ein Vogel
Fliegt und dreht sich hin und zurück

Lacht der Wind im Korn
Lacht und lacht und lacht
Lacht er einen ganzen Tag
Und die halbe Nacht Donaj, donaj, donaj, donaj,
donaj, donaj, donaj, don.
Donaj, donaj, donaj, donaj,
donaj, donaj, donaj, don.

Schreit das Kalb, sagt der Bauer:
„Wer bestimmt, dass du ein Kalb bist,
Könntest du doch ein Vogel sein,
Könntest du doch eine Schwalbe sein.“

Elende Kälber bindet man,
man schleppt sie und man schächtet sie.
Wer Flügel hat fliegt herauf
Und ist keines Menschen Knecht.

But whoever treasures freedom,

Like the swallow has learned to fly.

Übersetzung von Kodesh und Schwartz

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